Pflegeetiketten sind keine dekorativen Elemente. Sie erfüllen eine funktionale, rechtliche und produktspezifische Aufgabe. Schlecht gestaltete Pflegeetiketten verlieren nach wenigen Waschgängen ihre Lesbarkeit, verursachen Hautirritationen oder werden vom Endkunden entfernt – was sowohl Compliance- als auch Qualitätsrisiken mit sich bringt.
Dieser Leitfaden erklärt, wie langlebige, gut lesbare und produktionstaugliche Pflegeetiketten gestaltet werden – mit Fokus auf Materialwahl, Drucktechnik, Layout und Waschbeständigkeit.

Warum das Design von Pflegeetiketten entscheidend ist
Pflegeetiketten enthalten essenzielle Informationen wie Waschtemperatur, Trocknung, Bügelhinweise, Materialzusammensetzung und Herkunftsland. Werden diese Informationen unleserlich, erfüllt das Etikett seinen Zweck nicht mehr.
In vielen Märkten sind korrekte und dauerhaft lesbare Pflegehinweise gesetzlich vorgeschrieben. Aus Kundensicht führen unklare Angaben häufig zu falscher Pflege und damit zu Produktreklamationen.
Für einen grundlegenden Überblick siehe:
Pflegeetiketten (Waschanleitungen): Ein Muss für jedes Kleidungsstück
1. Das richtige Material für maximale Haltbarkeit wählen
Die Materialwahl ist der wichtigste Faktor für die Lebensdauer eines Pflegeetiketts.
Gängige Materialien für Pflegeetiketten:
Satin: Sehr weich, hautfreundlich, ideal für Unterwäsche, Baby- und Premiumbekleidung
Taft (Taffeta): Robuster, formstabil, geeignet für Arbeits- und Oberbekleidung
Baumwolle (bedruckt): Natürliche Haptik, erfordert jedoch korrekte Druck- und Fixierprozesse
Technischer Hinweis:
Weichheit allein garantiert keine Haltbarkeit. Ohne geeignete Drucktechnik verblassen auch hochwertige Materialien nach wenigen Waschgängen.
2. Waschbeständige Druckverfahren einsetzen
Nicht das Material allein, sondern vor allem das Druckverfahren bestimmt die Langlebigkeit.
Empfohlene technische Standards:
Waschbeständige, harzbasierte oder thermisch fixierte Farben
Kontrollierte Aushärtung zur Vermeidung von Rissen oder Abrieb
Ausreichende Farbdeckung ohne Verlaufen
Günstige Druckverfahren verlieren oft schon nach 5–10 Waschgängen an Lesbarkeit. Ein korrekt produziertes Pflegeetikett sollte über die gesamte Lebensdauer des Kleidungsstücks hinweg lesbar bleiben.
Für eine Einordnung verschiedener Etikettentechnologien:
Gewebte Etiketten vs. gedruckte Etiketten: Welche soll man wählen?

3. Lesbarkeit hat Vorrang vor Design
Pflegeetiketten sind Informationsträger, keine Branding-Flächen.
Best Practices für gute Lesbarkeit:
Mindestschriftgröße, die auch nach dem Waschen klar bleibt
Hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
Keine extrem dünnen oder dekorativen Schriftarten
Ausreichender Zeilenabstand zur Vermeidung von Farbüberschneidungen
Zu kleine Etiketten mit zu viel Text gehören zu den häufigsten Designfehlern. Bei mehrsprachigen Inhalten empfiehlt sich ein Book-Fold-Format.
Verwandte Designfehler werden hier behandelt:
5 Häufige Fehler, die Sie bei der Gestaltung Ihres Produktetiketts vermeiden sollten
4. Standardisierte Waschsymbole korrekt verwenden
Internationale Pflegesymbole reduzieren Sprachabhängigkeit und erhöhen die Verständlichkeit.
Wichtige Regeln:
Ausschließlich genormte Symbole verwenden
Einheitliche Symbolgrößen einhalten
Keine stilistischen Abwandlungen aus Designgründen
Falsch verwendete Symbole können zu Fehlinterpretationen und rechtlichen Problemen führen.
Siehe dazu:
Standardsymbole auf Waschanleitungsetiketten
5. Etikettengröße und Faltung richtig planen
Die Etikettengröße beeinflusst Lesbarkeit, Tragekomfort und Nähprozess.
Zu beachten:
Zu klein → unleserlich nach dem Waschen
Zu groß → störend, wird häufig entfernt
Gängige Faltarten für Pflegeetiketten:
Mittelfalz (klassisch im Nackenbereich)
Endfalz für Seitennähte
Book-Fold für umfangreiche Informationen
Die richtige Faltung erleichtert die Verarbeitung in der Konfektion und erhöht den Tragekomfort.

6. Für den realen Einsatz entwerfen – nicht nur für den Bildschirm
Ein Design, das am Bildschirm perfekt aussieht, kann auf Stoff anders wirken.
Berücksichtigen Sie immer:
Farbveränderungen zwischen Bildschirm und Druck
Schrumpfung nach dem Waschen
Tintenverlauf im Textil
Übernähte Bereiche durch Nähte
Ein produktionstaugliches Design berücksichtigt das Verhalten des Etiketts nach dem Annähen und Waschen.
7. Waschtests vor Serienproduktion durchführen
Vor der Freigabe zur Massenproduktion sollten Muster getestet werden:
Waschtests bei 30 °C / 40 °C / 60 °C
Prüfung der Textschärfe und Symbolklarheit
Kontrolle von Kanten, Faltung und Hautkomfort
Nicht getestete Pflegeetiketten sind eine der häufigsten Ursachen für Reklamationen und Nachproduktionen.
Fazit: Funktion steht immer an erster Stelle
Ein gut gestaltetes Pflegeetikett ist:
Über viele Waschgänge hinweg lesbar
Klar verständlich und normkonform
Hautfreundlich und komfortabel
Effizient in der Serienproduktion
Designentscheidungen sollten immer auf realen Einsatzbedingungen basieren – nicht auf reiner Optik. Funktionale, langlebige Pflegeetiketten tragen maßgeblich zur Produktqualität und Markenvertrauen bei.
